Darmkrebsvorsorge

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 66.000 Personen pro Jahr an Darmkrebs. Beide Geschlechter sind in etwa gleich häufig betroffen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nimmt ab dem 50. Lebensjahr deutlich zu. Insgesamt beträgt das Risiko etwa 6 %, während des Lebens an Darmkrebs zu erkranken.

Nicht jeder Abschnitt des Darms erkrankt gleich häufig. Am häufigsten sind die unteren 30-40 cm betroffen. Bösartige Tumoren des Dünndarms dagegen sind sehr selten.

Der Begriff der "Bösartigkeit" bezieht sich auf das mit der Entartung der Zellen der Darmschleimhaut verbundene zerstörerische und ungehemmte Wachstum des Tumors (Karzinom), verbunden mit der Tendenz, Absiedlungen (Metastasen) zu bilden. Die Karzinome entwickeln sich - meist über Jahre hinweg - aus Vorstufen, den so genannten Polypen. Dies sind gutartige Verdickungen der Darmschleimhaut, die wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sein können.

Bei rechtzeitiger Erkennung dieser Krebserkrankung kann die überwiegende Mehrheit der Patienten - etwa 90 % - geheilt werden. Daher wird von den Fachgesellschaften die Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr empfohlen und von den Krankenkassen auch bezahlt.

Dazu stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Austastung

Bei der Austastung mit dem Finger können naturgemäß nur ganz in der Nähe des Afters liegende Karzinome bzw. deren Vorstufen gefunden werden. Daher ist diese Methode allein nicht ausreichend, um einen Darmkrebs ausschließen zu können.

Dickdarmpolyp

"Dickdarmpolyp. Dieser kann mit einer Drahtschlinge komplett abgetragen werden. © Wikimedia Foundation"

Test auf Blut im Stuhl

Bei vielen Karzinomen ist die Oberfläche zum Darm hin nicht intakt, so dass sie hierüber immer wieder Blut absondern - oftmals vom Patienten nicht sichtbar. Dieses so genannte "okkulte" Blut im Stuhl kann chemisch nachgewiesen werden. Dazu ist es erforderlich, dreimal hintereinander eine Stuhlprobe auf ein Testbriefchen aufzutragen. Aber auch mit dieser Testmethode kann das Vorliegen eines Karzinoms nicht sicher ausgeschlossen werden, da nicht jedes Karzinom Blut absondert. Falls jedoch Blut nachgewiesen werden konnte, sollte auf jeden Fall eine komplette Darmspiegelung zur Überprüfung des Ergebnisses durchgeführt werden.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Die Darmspiegelung ist von allen Untersuchungsmethoden am besten geeignet. Hierbei wird der Patient in einen Dämmerschlaf versetzt und anschließend mit Hilfe eines flexiblen Schlauches und einer hochauflösenden Kamera der Dickdarm untersucht. Polypen, aber auch kleine Karzinome können mit dieser Methode vollständig entfernt werden, so dass manchmal sogar keine Operation mehr erforderlich ist. Liegt der Verdacht auf ein Karzinom vor und kann der entsprechende Befund endoskopisch nicht abgetragen werden, so werden Gewebeproben entnommen, die dann das Vorliegen eines Karzinoms bestätigen können.

Die Darmspiegelung wird allen Patienten ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Bei bestimmten Vorläufertypen eines Karzinoms sollte trotz vollständiger Abtragung die Untersuchung in 3 Jahren wiederholt werden. Bei unauffälliger Koloskopie sollte diese alle 10 Jahre wiederholt werden.

Dickdarmkarzinom

Dickdarmkarzinom. Hier ist eine endoskopische Abtragung technisch sehr schwierig und nicht sinnvoll. In diesem Fall sollte nach den entsprechenden weitergehenden Untersuchungen eine Operation erfolgen. © Wikimedia Foundation"