Behandlungsablauf

 

Staging und Festlegung der präoperativen und operativen Therapie

In der Regel werden Sie von einem niedergelassenen Gastroenterologen nach bereits erfolgter Darmspiegelung und diagnostiziertem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) oder Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) zur Planung und Durchführung der weiteren Behandlung an uns überwiesen.

Voraussetzung für die Festlegung einer für Sie optimalen Therapie ist die Bestimmung des vorliegenden Tumorstadiums („Staging“). Dazu sind verschiedene Untersuchungen erforderlich (z.B. CT, beim Rektumkarzinom zusätzlich MRT, eine starre Rektoskopie sowie ggf. eine Endosonographie), welche in unserer Klinik durchgeführt werden können, sofern dies ambulant noch nicht erfolgt ist.

Sind alle benötigten Untersuchungen abgeschlossen, wird die nun folgende Therapie in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt, und mit Ihnen ausführlich besprochen.

Stationäre Aufnahme und OP-Vorbereitung

Sie werden anschließend von Ihrem Hausarzt/Gastroenterologen, entweder direkt, oder nach Abschluss einer der Operation vorgeschalteten Behandlung („neoadjuvante Therapie“, z.B. bei bestimmten Stadien des Enddarmkrebses) zur Durchführung der Operation stationär eingewiesen.

Die stationäre Aufnahme erfolgt im Normalfall einen Tag vor der geplanten Operation. An diesem Tag werden Sie vom Aufnahmearzt ausführlich über die geplante Operation aufgeklärt. Weiterhin werden eine Labor-, eine EKG- sowie eine Lungenfunktionsuntersuchung durchgeführt. Im Anschluss bespricht ein Anästhesist mit Ihnen die geplante Narkose (alle Operationen werden in Vollnarkose durchgeführt, wir empfehlen die zusätzliche Anlage eines sogenannten Periduralkatheters/PDK). Folgend werden Sie auf Station vom zuständigen Stationsarzt sowie einer Fachpflegekraft aufgenommen. Schließlich wird sich Ihr Operateur noch persönlich bei Ihnen vorstellen, und letzte Fragen beantworten. Von unserer Tumordokumentationsassistentin erhalten Sie einen Beratungsordner zur Dokumentation und Aufbewahrung relevanter Befunde rund um Ihre Erkrankung.

Operationstag

Am Operationstag werden Sie gegen Vormittag in den OP-Bereich gebracht. Beim Einschleusen in den OP werden aus Gründen der Patientensicherheit nochmals Ihre Identität und der geplante Eingriff überprüft. Nach Durchführung der Operation werden Sie mindestens für eine Nacht auf der Intensivstation unserer Klinik überwacht. Am Folgetag kann die Verlegung auf die viszeralchirurgische Normalstation erfolgen.

Postoperativer Verlauf

Der stationäre Aufenthalt bei einer größeren Darmoperation beträgt etwa 10 Tage. Auf Normalstation erfolgen die weitere Schmerztherapie, regelmäßige Wundkontrollen, Laborkontrollen, die Mobilisation sowie der Kostaufbau. Weiterhin erhalten Sie bei Bedarf eine Ernährungsberatung sowie eine psychoonkologische Mitbehandlung. Sollte intraoperativ die Anlage eines vorübergehenden oder bleibenden künstlichen Darmausganges (Stoma/Anus praeter) notwendig geworden sein, werden Ihnen die Pflege und der Umgang mit dem Stoma durch unsere Stomatherapeuten erklärt. Zudem wird unsere Sozialdienstmitarbeiterin mit Ihnen eine Anschlussheilbehandlung (AHB) besprechen und planen.

Festlegung der postoperativen Therapie und Nachsorge

Nach Erhalt des definitiven Pathologie-Ergebnisses des intraoperativ entfernten Darmabschnittes wird die Notwendigkeit einer postoperativen Behandlung („adjuvante Therapie“) erneut in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert. Die entsprechende Empfehlung wird mit Ihnen ausführlich besprochen. Alle Empfehlungen und Termine zur Nachbehandlung sowie zur Nachsorge werden schriftlich in Ihrem Entlassungsbrief aufgeführt, welchen Sie am Tag der Entlassung erhalten. Diesen können Sie in Ihrem persönlichen Beratungsordner aufbewahren.